Versuche bestätigen Steigerung der Milchleistung durch Lutrell® Combi

Die Milchleistung von Kühen zu optimieren, ist bei Milchviehbetrieben das vorrangige Ziel. Lutrell® Combi kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Das haben aktuelle Versuche mit 1800 Kühen in Dänemark gezeigt. Dort stieg die Milchleistung in sieben beteiligten Praxisbetrieben um 5 bis 8 Prozent durch den Einsatz von Lutrell® Combi an. Neben dieser höheren Milchproduktion führte ein erhöhter Blutglukosespiegel zudem zu einer schnelleren Erholung des IGF-1 Gehaltes und zu deutlicheren Progesteronprofilen, was die Fruchtbarkeit der Kühe verbessern kann.

Besonders zu Laktationsbeginn können Milchkühe nicht soviel Energie über das Futter aufnehmen, wie sie zur einsetzenden Milchproduktion benötigen. In diesem Energiemangel kommt es bei Kühen oft zum Abbau und zur Mobilisierung von Körperreserven wie Fett. Dieser Fettabbau führt zu einem Anstieg von Ketonkörpern wie Betahydroxybutyrat (BHB) in Blut, Urin und Milch. Hohe BHB-Konzentrationen sind Indikatoren für das Auftreten einer Ketose. Diese Stoffwechselkrankheit tritt vor allem bei Kühen mit hoher Milchleistung auf. Nach Schätzungen erkranken bis zu 3 % aller frischlaktierenden Kühe an einer klinisch manifesten Ketose, mehr als 30 % leiden an der subklinischen Form. Diese Stoffwechselstörung tritt bei Hochleistungskühen mit negativer Energiebilanz gehäuft in der 2. bis 6. Laktationswoche auf. Die wirtschaftliche Bedeutung der Ketose ist beträchtlich. Sie besteht u.a. in starken Körpermasseverlusten, Beeinträchtigung der Leistung, hohen Behandlungskosten bis hin zum Verlust der Milchkuh.


Um das Vorkommen von Ketose zu untersuchen, entschied sich der Milchkontrollverband in Jütland/Dänemark zu Beginn des Jahres 2013, den Gehalt an Betahydroxybutyrat (BHB) in der Milch als einen weiteren Parameter in die Milchleistungsprüfung aufzunehmen. Mittels einer enzymatischen Analysemethode ist es nun relativ leicht möglich, den BHB-Gehalt flächendeckend zu bestimmen. Mit diesem Wert kann der Landwirt Rückschlüsse auf das Vorkommen von Ketose in seinem Milchkuhbetrieb ziehen.


Wirkung von Lutrell® Combi geprüft

Vor der eigentlichen Einführung dieser BHB-Bestimmung in der Milch in Dänemark sollte ein Pilotversuch mit insgesamt 50 Landwirtschaftsbetrieben durchgeführt werden, um die Praxistauglichkeit dieser Methode zu überprüfen. Die BASF SE entschied sich in diesem Zusammenhang, ihr Produkt Lutrell® Combi auf sieben der fünfzig Betriebe zusätzlich einzusetzen, um dessen Auswirkungen auf Milchleistungsparameter und die Ketosefrequenz zu untersuchen. Mit diesem Ansatz sollte nun auch unter Praxisbedingungen festgestellt werden, inwieweit Lutrell® Combi den Gehalt an BHB beeinflussen kann.


Das Produkt Lutrell® Combi enthält als wirksamen Bestandteil konjugierte Linolsäure, eine Omega-6 Fettsäure, welche aus pflanzlichen Ölen gewonnen wird. Milchkühe die Lutrell® Combi vom 21. Tag vor der erwarteten Kalbung bis zum 80. Tag nach der Kalbung erhalten haben, reagieren erfahrungsgemäß mit einer anhaltend höheren Milchleistung und einer verbesserten Fruchtbarkeit, denn in der Zeit der Zufütterung von Lutrell® Combi wird der Milchfettgehalt pro Kilogramm Milch leicht abgesenkt. Das führt zu einem geringeren Verbrauch von Blutglukose je kg produzierte Milch und optimiert den Energiehaushalt der Milchkuh. Auf diese Weise wird der Stoffwechsel der Milchkühe gerade in der Transitphase und zu Beginn der Laktation merklich entlastet.


Stoffwechsel der Kuh wird entlastet

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Milchfettreduzierung durch Lutrell® Combi in einem höheren Blutglukosespiegel in den ersten Laktationswochen resultiert. Folglich müssen auch weniger Körperreserven mobilisiert werden. Eine geringere Körperfettmobilisierung führt schließlich zu einer geringeren Anflutung freier Fettsäuren und in dessen Folge auch zu weniger BHB, wodurch die Ketose-Gefahr sinkt.


Dieser Wirkungsmechanismus sollte im Rahmen des Praxistests mit sieben Landwirtschaftsbetrieben bestätigt werden. Insgesamt nahmen 1 800 Kühe an diesem fünfmonatigen Praxistest teil. Auf den Betrieben wurde Lutrell® Combi zum einen direkt in die Totalmischration (TMR) eingemischt oder aber über automatische Fütterungssysteme wie zum Beispiel in Melkrobotern gegeben. Die zuvor genannte Einsatzempfehlung wurde mit Hilfe des Lutrell Kalkulators entsprechend den betrieblichen Gegebenheiten angepasst. Schließlich konnte auf allen Betrieben eine Vorfütterung von mindestens 21 Tagen vor der erwarteten Kalbung mit 125g Lutrell® Combi gewährleistet werden. Nach der Kalbung variierte der Fütterungszeitraum von Lutrell® Combi von 21 bis 160 Tagen. War der Fütterungszeitraum bedingt durch betriebliche Gegebenheiten kürzer als 45 Tage, wurden 250g Lutrell® Combi pro Tag verfüttert, darüber hinaus wurden 125g pro Tag verfüttert.


Die analysierten BHB Gehalte dienten letztlich dazu, die Kühe in die drei Klassen „nicht auffällig“, „subklinisch ketotisch“ und „klinisch ketotisch“ einzuteilen. Erfasst wurden neben der Milchleistung auch die Milchfett- und Milchproteingehalte, woraus dann die energiekorrigierte Milch (ECM) berechnet wurde.


Schon während der Versuchsphase wurde relativ schnell deutlich, dass sich keine Rückschlüsse auf die Ketosefrequenz ziehen lassen. Grund hierfür war die Tatsache, dass entgegen aller Erwartungen der Anteil der „nicht auffälligen“ Milchkühe durchweg bei 98% lag. Demnach waren lediglich 2% der Kühe „subklinisch ketotisch“ bzw. „klinisch ketotisch“. Basierend auf diesen Werten scheinen die ausgewählten Betriebe keine relevanten Probleme mit Ketose gehabt zu haben, obwohl auch Herdenleistungen von >11.500 kg erreicht werden. Somit konnten auch keine Auswirkungen von Lutrell® Combi auf die Ketosefrequenz untersucht werden.


Produktion von Milchmenge und Inhaltsstoffen gesteigert

Die Auswertung der Ergebnisse der Milchleistungsprüfung aber zeigte, dass Lutrell® Combi ansonsten die erwarteten Effekte erreichte. Über alle sieben Betriebe stieg die Milchleistung um 5 bis 8% durch den Einsatz von Lutrell® Combi an. Trotz der zeitweise leichten Absenkung des Milchfettgehaltes konnte die abgelieferte Milchfettmenge um 1 bis 6% gesteigert werden, was durch die über die gesamte Laktationsphase anhaltend höhere Milchproduktion erklärbar ist. Demnach wurde auch 2 bis 7% mehr Milchprotein an die Molkerei abgeliefert. Die energiekorrigierte Milch konnte um 3 bis 5% gesteigert werden.


Neben einer nachhaltig höheren Milchproduktion führt der erhöhte Blutglukosespiegel zudem zu einer schnelleren Erholung des IGF-1 Gehaltes und zu deutlicheren Progesteronprofilen, was letztlich die Fruchtbarkeit verbessern kann. Bereits in der wissenschaftlichen Literatur wurde nachgewiesen, dass durch den Einsatz von Lutrell® Combi Milchkühe früher trächtig werden und der Embryo bessere Bedingungen im Uterus vorfindet. In der Praxis spiegelt sich dies dadurch wider, dass die Brunst ausgeprägter und klarer erkennbar ist und es zu weniger Trächtigkeitsabbrüchen kommt. Sobald mit der zweiten Kalbung alle notwendigen Daten zur Einschätzung der Fruchtbarkeit vorliegen, werden diese auch dahingehend ausgewertet.


Kombination mit pansengeschütztem Fett sinnvoll

Zwei der sieben Betriebe setzten Lutrell® Combi bzw. konjugierte Linolsäure der BASF SE zusammen mit pansengeschütztem Fett ein und die Ergebnisse zeigen, dass diese Kombination sinnvoll erscheint. Die Abbildung zeigt das Wechselspiel von Lutrell Combi und dem pansengeschütztem Fett auf einem der beiden Betriebe. Dort wurde zu Anfang Lutrell Combi (LC, Dosierung 125g/d) eingesetzt, was wie erwartet zur Milchleistungssteigerung und Milchfettabsenkung führte. Nach vier Wochen erhielten die Milchkühe zusätzlich pansengeschütztes Fett (PGF, Dosierung 300g/d), wodurch die Milchleistung weiter anstieg und der Milchfettgehalt angehoben wurde. Die vierwöchentliche Unterbrechung des Einsatzes von pansengeschütztem Fett minderte sofort die Milchleistung und den Milchfettgehalt.


Aufgrund der unterschiedlichen Wirkungsweise von Lutrell und pansengeschütztem Fett konnte hier die Milchleistung um bis zu 20% gesteigert werden. Die zeitweise durch Lutrell® Combi ausgelöste Milchfettabsenkung konnte durch den Einsatz des pansengeschützen Fettes abgefangen werden. Aufgrund dieser Erkenntnisse setzen diese beiden Betriebe nun pansengeschütztes Fett ein, welches mit konjugierter Linolsäure der BASF SE angereichert wurde. Die Kombination hat sich hinsichtlich der in der Laktation erzielten Milchmenge und des erzeugten Milchfetts als besonders vorteilhaft erwiesen.



Abbildung: Einfluss der Applikation von Lutrell Combi (LC, 125 g/Tag) und pansengeschütztem Fett auf Milchleistung und Milchinhaltstoffe in einem dänischen Praxisbetrieb. (Klicken zum Vergrößern)


Lutrell® Combi wird in Europa vertrieben von:
BTC Europe GmbH, Industriestraße 20 in 91593 Burgbernheim, Deutschland
http://www.lutrell-combi.de

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